Herbstlibori in Paderborn
23. - 31. Oktober 2010
Liborius, dessen Herkunft im Dunkeln liegt, lebte im 4. Jahrhundert in der damals römischen Provinz Gallien. Er war ein Zeitgenosse und Freund des hl. Martin von Tours, einem der bekanntesten
Heiligen der katholischen Kirche. Liborius wurde im Jahre 348 Nachfolger des Bischofs Pavacius im westfranzösischen Le Mans.
Nach langem, schaffensreichen Leben starb Liborius wahrscheinlich am 9. Juni 397. Als Dank und Anerkennung für sein Lebenswerk wurde er heilig gesprochen.
Im Jahr 836 erhielt Badurad, der zweite Bischof von Paderborn, der mit der Missionierung der Sachsen
betraut war, die Gebeine des hl. Liborius aus Le Mans. Badurad hoffte, dass deren Wunderwirkung
eher überzeugen werde als alle gelehrten Predigten. Die Gesandtschaft traf wahrscheinlich am 23. Juli
836 in Paderborn ein. Daher feiert die Stadt seitdem alljährlich Ende Juli das neuntägige Liborifest,
eines der größten Volksfeste in Westfalen.
Das Liborifest ist Ausdruck des "Liebesbundes ewiger Bruderschaft", den die Kirchen Paderborn und Le
Mans mit der Überführung der Gebeine schlossen und der zu den ältesten Städtepartnerschaften der
Welt zählt.
Die Gebeine des heiligen Liborius werden bis heute im Dom der Stadt Paderborn aufbewahrt.
Im Dreißigjährigen Krieg plünderten 1622 Landsknechte den Dom und raubten den kostbaren Reliquienschrein mit den Gebeinen des Heiligen und zahlreiche andere Kunstschätze. Fünf Jahre später, am 25. Oktober 1627, kamen die Reliquien durch eine glückliche Fügung des Schicksals nach Paderborn
zurück. Seit dieser Zeit begeht man auch am 25. Oktober einen Liborius-Festtag, "Klein-Libori"
genannt.
Paderborn AltstadtU: http://www.paderborn.de |

















